Aug 192019
 
Rosa Streets leading to nowhere
Ralf Stieber: Rosa Streets leading to nowhere (Collage 2019)

Unter dem Titel „Collage und die Konstruktion von Welten“ veranstaltete der 1971 geboren in Albertslund geborene Jakob Kolding einen Workshop in der Sommerakademie Salzburg. Der Titel war für mich eine Verheißung. Und er versprach nicht zu viel: In der Begegnung mit anderen Künstlern wurde mir deutlich, wie vielfältig collagierte Welten sein können und wie unterschiedlich Welt konstruiert werden kann. Besonders dann, wenn man vermeintlich einen gemeinsamen Ausgangspunkt hat: die Collage.

Doch die Collage ist, wie mir inzwischen scheint, Ausdruck von Vielfalt schlechthin. Sie kann sich des Bildes und der Worte bedienen, sie kann den Materialmix bevorzugen oder Papier und Schere, sie erschließt sich analog und digital.

Die Leichtigkeit, mit der Jakob Kolding und seine beiden Assistentinnen Anna Pech und Lisa Wieder den Workshop leiteten, war vorbildlich. So konnten die rund 20 Teilnehmenden den eigenen Zugang zur Collage jeder auf seine Weise schärfen, im Unterschied oder in Beziehung zu den Arbeiten der anderen. Und all dies als höchst bereichernd zu erfahren.

Besonders die Idee, die Collage und den Raum zu verbinden, war für mich eine wichtige Anregung, oder besser: eine Brücke zwischen verschiedenen Kunstwelten, die zuvor nebeneinander her existieren. Das gilt übrigens auch für die Beziehung von Worten und Bildern.

Als Ergebnis meiner eigenen Arbeit zeige ich „Rosa Streets leading to nowhere“ – merkwürdigerweise habe ich das Gefühl, dass mich diese Collage keineswegs ins Off leitet, im Gegenteil.

Mehr zu Jakob Kolding u.a. unter https://www.martinjanda.at

 19. August 2019  No Responses »
Mai 012018
 

„Sieben Tage, sieben Schwarz-Weiß-Fotos aus deinem Leben. Keine Menschen, keine Erklärung(en). Nominiere jeden Tag eine weitere Person.“ #7tage7fotos: Ich habe auf Twitter an der Aktion teilgenommen, aber niemanden nomiert. Die vollständigen Spielregeln fehlten mir. Vielleicht sollte ich noch mal von vorne beginnen?

Hier jedenfalls die sieben unkommentierten und von niemanden als mir selbst nominierten Schwarzweiß-Fotos aus meinem Leben.

 

 

 1. Mai 2018  No Responses »
Okt 292017
 

Luther auf dem Petersplatz in Rom

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautete, könnte zum Abschluss des Reformationsjubiläums eine 50 m hohe Martin-Luther-Statue auf dem Petersplatz in Rom aufgestellt werden. Die Bronze-Statue sei „als ein Zeichen für die Überwindung konfessioneller Gräben und Grenzen“ gedacht. Im Netz kursieren inzwischen Fotos von einem Modell der gigantischen Statue mit dem Petersdom im Hintergrund. 

Hinter entsprechenden Meldungen stehen vermutlich zwei neue Bürgerinitiativen. Während die eine „Reformation kennt keine Schranken“ proklamiert, schreibt sich die andere „Luther war katholisch“ auf ihre Fahnen. Angesichts der ungewissen Quellenlage muss leider offen bleiben, ob es sich bei alledem um Fakten oder Fakenews handelt.

Zudem gibt es noch keine Antwort auf die Frage, was mit dem ägyptischen Obelisk geschehen wird, der bislang anstelle des Reformators auf dem Petersplatz steht.

 29. Oktober 2017  No Responses »
Sep 172017
 

Die Meisterklasse „Zeitgenössischer Tanz“ im Rahmen des Schwäbischen Kunstsommers 2017 wurde von Jochen Heckmann und Adriana Mortelliti geleitet. Nicht nur die abschließenden Tanzaufführungen zur großen Kunst-Sommernacht begeisterten die Zusschauer: Das Video zeigt Impressionen aus den Proben der Meisterklasse, die von der atmosphärischen Dichte, Dynamik und tänzerischen Energie der Werkstattarbeit sprechen. Es öffnet Einblicke in die anspruchsvolle Arbeit an choreographischen Sequenzen und die Artikulation „innerer Bilder“ über den Körper. Beim Betrachten der Szenen bekomme ich nach wie vor eine Gänsehaut: die Sprache des Tanzes wirkt unmittelbar.

Mehr über Jochen Heckmann und Adriana Mortelliti unter www.choreoart.net

 17. September 2017  No Responses »
Sep 172017
 

Im Rahmen des Schwäbischen Kunstsommers 2017 installierte Liz Ingram in Zusammenarbeit mit Bernd Hildebrandt im Treppenhaus von Kloster Irsee eine eindrucksvolle Arbeit mit dem Titel „Silken Refuge“. Die fünf jeweils 6,30 großen Inkjet-Prints auf Seide bewegten sich beim leisesten Luftzug und brachten so das barocke Treppenhaus spielerisch in Bewegung. Die Installation sprach von der Fragilität des Lebens und der Umwelt. Im ersten Moment absurd wirken dem gegenüber Worte wie „Beharren“ (persistance) und Widerstand (reistance), die am Boden der Installtion zu lesen sind. Lässt man sich auf die zarte Bewegung und Lichtdurchlässigkeit des seidenen Zufluchtsraumes ein, entsteht eine neue Art der Beharrlichkeit, die ihre Kraft aus dem beharrlichen Nichtbeharren schöpft.

Ein besonderes Schauspiel war das Hochziehen der Installation zur Eröffnung des Kunstsommers. Gezeigt wird im Video dann auch das Herablassen der Arbeit: wie eine riesige Blüte liegt das Tuch am Anfang und Ende im Treppenraum, wenn man so will auch ein Symbol für Werden und Vergehen.

Mehr über die Kanadierin Liz Ingram unter www.lizingram.com

 17. September 2017  No Responses »